August Wilhelmj

Geigerkönig und Konzertmeister

August Wilhelmj
August Wilhelmj (1845 Usingen –1908 London)

August Wilhelmj wurde 1845 in Usingen dort, wo jetzt (2019) die Volksbank Usinger Land steht und zu seinen Ehren ein Denkmal errichtet hat, geboren. Er galt als einer der größten Violin-Virtuosen seiner Zeit und erlangte als gefeierter „Geigerkönig“ und Konzertmeister Weltruhm, der seinen Namen bis heute nicht verblassen liess. Bereits am 31. Mai 1876 wurde ihm von der Stadt Usingen im Alter von nur 31 Jahren das Ehrenbürgerrecht anlässlich seines letzten Konzertes in seiner Geburtsstadt Usingen verliehen.

Als er 1882 seine weltweiten Konzertreisen einstellte gründete er in Biebrich am Rhein eine Ausbildungsschule für Geiger, mit der er aber keinen rechten Erfolg hatte. Er wurde von Berlin aus, wo sich eine kosmopolitische Clique breitgemacht hatte, stark angefeindet. Wilhelmj übersiedelte zunächst nach Dresden und dann nach London, wo er eine Professur an der berühmten Guildhall School of Music erhielt. In London gab er auch sein bedeutsames Unterrichtswerk `A modern violin school`  in 10 Heften heraus. Von seinen zahlreichen Kompositionen sind besonders die blendenden Transkriptionen Wagnerscher Melodien für Geige hervorzuheben, ebenso Bearbeitungen von Schubert Liedern, Stücke Alter Meister und viele sehr wirksame Vortragsstücke.

„Wäre die Violine noch nicht erfunden gewesen, sie hätte für Wilhelmj erfunden werden müssen!“

Franz Liszt

Wilhelmjs Vater war Staatsanwalt. Er sträubte sich, seinen einzigen Sohn einen seiner Meinung nach höchst unsicheren Beruf ergreifen zu lassen. Als aber der junge August eines Tages vor Liszt spielte, war dieser begeistert und geleitete seinen Schützling nach Leipzig, wo er an das Leipziger Konservatorium unter die Obhut von Ferdinand David kam. Prophetisch klangen die Worte Liszts, mit denen er dem großen Meister den neuen Schüler übergab: „Aus dem da machen Sie mir einen deutschen Paganini! Sorgen Sie für ihn!“

Noch im Jahre 1907 soll sich Wilhelmj mit dem Gedanken getragen haben, sich auf seine alten Tage doch noch in der nassauischen Heimat am Rhein dauerhaft niederzulassen, da kam ganz unerwartet im Janaur 1908 die Botschaft aus London, dass der große Geigerkönig am 22. Januar gestorben sei.

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